Zehn Tage, die die Grünaer beeindruckten

 

Vom 16. bis zum 25. August war Grüna das kulturelle Zentrum von Chemnitz. Den Schwung, den die Hartmannsdorfer Schalmeien auf der Festveranstaltung der Feuerwehr am ersten Tag verbreiteten, nahmen alle Anwesenden auf und trugen ihn über eine Woche lang in ihren Herzen fort, die Nachbarn und Freunde damit ansteckend.

Was mit einer beispiellosen Spendenaktion über zwei lange Jahre hinweg begonnen hatte, setzte sich im August mit einer Schmück- und Putzaktion fort, um die uns viele Jubilare beneiden.

Wie schnell waren doch die grün-weißen Fahnen und Wimpel vergriffen! Und mit welcher Phantasie wurden die Puppen vor den Häusern gestaltet! Was mich besonders faszinierte: Grüna schmückte sich bis in den letzten Winkel. Ob Damaschkestraße, Ringstraße oder Drachenweg – an den entlegensten Ecken unseres Ortes wurde geschmückt und gefeiert. Das war toll! Dank auch den Grünaern, deren Wohnobjekte dieses Mal nicht vom Umzug berührt werden konnten – auch sie haben mitgespielt! Viel Interesse – auch bei Durchreisenden – fanden die vom Heimatverein aufgestellten 60 Bildtafeln zur Vergangenheit Grünaer Gebäude. Vielen Dank, Walter Bunzel, Gunther Endrikat, Gunter Bernstein, Michael Knöchel und ihr anderen Helfer!

Die Stimmung im Ort, die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Grünaer Bürger untereinander und Besuchern gegenüber, die von Tag zu Tag wuchs, zeigte, dass wir uns doch näher stehen als wir durch das alltägliche Kopfnicken beim Einkauf zum Ausdruck bringen. Auch das Generationentreffen am Freitag spiegelte das wider.

Es ist schwer, die Highlights dieser zehn Tage zu beschreiben. Jeder sieht das doch irgendwie anders, hat seine eigenen Impressionen. Eigentlich müsste man das ganze Programm noch einmal aufzählen, denn das war alles gelungen. Ich möchte wenigstens das erwähnen, was mich am meisten beeindruckt hat.

Der kulturelle Höhepunkt war für mich der Auftritt von Tobey Wilson in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche. So etwas hat Grüna wohl lange nicht mehr (oder noch nie?) erlebt. Das hat dem aus Grüna stammenden namhaften Künstler auch selbst gefallen, denn ein Wiedersehen in Grüna scheint nicht ausgeschlossen.

Als sportbegeisterter Bürger war ich natürlich auch vom Auftritt des Chemnitzer FC angetan. Trotz haushoher Überlegenheit fighteten die Fußballprofis um jeden Ball. Gern hätten sie das 20. Tor geschossen, aber der Grünaer Keeper hat es verhindert. Und wieder einmal 700 Zuschauer im Wiesengrund – da werden wehmütig Erinnerungen an alte Zeiten wach.

Was Feuerwehr, Faschingsclub, Kirchgemeinde, Wintersportler und Handballer auf die Beine gestellt haben, habe ich in allen Einzelheiten bei Paradewetter (die Handballer hatten leider Pech) genossen.

Unvergesslich auch die 10-Stunden-Nonstop-Show am Samstag im Festzelt. Hier war für jeden etwas dabei. Für mich waren das die schwung- und stimmungsvollen Lieder aus „Urzeiten“ – Roland Kaiser, Jürgen Drews, Ohio-Express.

Auch das Sommerbadgelände selbst spielte mit. Ich war gespannt – und überrascht. Einen besseren Festplatz hätten wir in Grüna für dieses Fest nicht finden können. Natürlich waren auch die Enkel begeistert vom bunten Trubel.

Zum glanzvollen Abschluss und Höhepunkt der Festwoche am Sonntag – dem Festumzug – kann man sehr viel oder sehr wenig sagen. Ich mache es kurz: grandios und präzise. Damit habe ich schon mehr gesagt als die Freie Presse. Was Herr Schettler und sein 26-Mann-Trupp zusammengepuzzelt haben, gelingt mancher doppelt so großen Kommune nicht. Wer hinter die Kulissen schaut weiß, dass es nicht nur das Aneinanderreihen von Bildern ist. Da geht es im Vorfeld um Verträge, Fahrzeuge, Pferde, Parkplätze, Stellplätze, Straßensperrungen, Schilder, Schilderträger, Begleitpersonen, Kostüme, Verpflegung, Pachttoiletten – und auch um Kosten. Am besten trifft es die Email einer Musikkapelle, die sich nach Rechnungsbegleichung noch einmal äußerte: „Vielen Dank! Es war alles toll organisiert. Das erleben wir selten so.“ Schön, dass das diesmal alles in bewegten Bildern festgehalten wurde.

 

Das Wort „Danke!“ wird nun langsam vom Ohrwurm zum Ohrenkriecher. Und trotzdem: „Danke“ an all die, die mitgemacht haben und „Danke“ an all die, die es geduldet haben. Ein unvergessliches friedliches Fest ist vorüber.

 

Bernd Hübler

Vorsitzender des Heimatvereins