Tradition, ein Ehrengast und viele Helfer ...


... waren das Erfolgsrezept des diesjährigen Baumgartentages Grüna. Gute Erfahrungen aus dem Vorjahr, dazu neue Ideen und vor allem wieder schönes Wetter (!!!) lockten Hunderte von Besuchern auf das Gelände des Folklorehofes.

 

Die Wanderer an der Alten Oberförsterei

Schon um 9 Uhr hatten sich mehr als 30 Wanderfreunde eingefunden, die den zum Teil neuen, nun 17 Kilometer langen Baumgarten-Rundweg erkunden wollten. Wanderwegewart Bernhard Müller aus Glauchau hatte ihn in den Wochen zuvor frisch markiert und nahm nun selbst an der Tour teil, die durch unseren Ortschronisten Christoph Ehrhardt sowie Brigitte Freiberg und Tilo Landgraf vom Natur- und Wanderverein angeführt wurde. Die informative Broschüre zu diesem Weg (erstellt durch den Heimatverein und dort erhältlich) hatte der Chemnitzer Wegewart Stanislaw Siegmund auf eigene Kosten in hervorragender Qualität gedruckt. Oberförster Baumgarten „persönlich“, nun zum 3. Mal mit Hilfe des Friseursalons „HaarMonie“ und der Maßschneiderei Ina Müller hergerichtet, gab den „Startschuss“, allerdings (noch) ohne Gewehr. Man begab sich dieses Mal „rückwärts“ auf den Rundweg, um zunächst die wichtigste Station zu besichtigen: die Alte Oberförsterei, in der sich nun das AWO-Kinderhaus Baumgarten befindet. Dessen Leiterin Karla Geiler gab ausführlich Auskunft zum historischen und zum neuen Teil dieses sehenswerten Objektes.

Weiter ging es Illings Weg hinauf zur „Volks-Bank“ am Panoramaweg, über den Totenstein zum Forstgut Pleißa, und über die Autobahnbrücke (kleine Abkürzung) direkt über das Forsthaus Grüna zurück zum Folklorehof. Mit vielen geschichtlichen Informationen, schönen Rast- und Aussichtspunkten sowie Verpflegungsbeuteln vom Simmel-Markt waren die Teilnehmer gut versorgt.

Inzwischen hatten Mitglieder des Heimatvereins und des Schnitzvereins das Festgelände vorbereitet. Der Grill- und Getränkestand der Feuerwehr war aufgebaut, der Kuchenbasar des Heimatvereins, die neue Theke der Schnitzer im Taubenschlag, und „Baulinchen, de Grünaer Sammelbüchs“ präsentierte mit Dörte Bernstein und Irina Neubert viele Sponsoring-Artikel für unsere 750-Jahr-Feier.

Um 15 Uhr eröffnete Ortsvorsteher Lutz Neubert, welcher dann auch mit seiner Musikanlage durch das Programm führte, den 5. Baumgarten­tag. Dieses Mal musste der Gesangsverein Grüna/Mittelbach den ungeduldigen Kindern des Kinderhauses Baumgarten den Vortritt lassen, welche Lieder und Spiele einstudiert hatten. Nach drei schönen Liedern des Chores (Oberförsterhymne!) präsentierten sich Kinder des AWO-Schulhortes Grüna als Entertainer, Fußballer und Piraten.

Weiter unten auf dem Parkplatz hatte die Feu­erwehr einige Technik aufgebaut, allem voran ein riesiges Hubrettungsbühnen-Fahrzeug (43 m Arbeitshöhe) der Berufsfeuerwehr Chemnitz. Wenige Meter weiter zeigten wieder die Bastler und Piloten vom 1. Modellsportclub Jahnsdorf e.V. mit ihren fantasievollen und zum Teil neuen Flugmodellen eine fesselnde Flugschau. Die anderen Stammgäste des Baumgartentages, die Ballonfahrer, hatten leider abgesagt, weil ihr Spezial-Wetterbericht eine gefährliche Kaltfront in der Höhe vorhergesagt hatte.

 

Begrüßung des Ehrengastes Jens Weißflog

Inzwischen war unser Ehrengast Jens Weißflog mit seiner Familie eingetroffen und wurde durch den Ortsvorsteher begrüßt. Dann gesellte er sich zu seinen Grünaer Skisprung-Kollegen, die ihn später mit zum Abendsprunglauf nahmen, wo auch die Autogrammstunde stattfand.

Nun hatten die Baumgarten-Freunde eine kleine Aufführung vorbereitet: Als der Oberförster traurig ist, kommt eine gute Fee, um ihn mit drei Wünschen zu erfreuen. Dass seine Erfindungen nicht vergessen sind, und dass er in Grüna immer seine Heimat haben wird, das wird ihm mit anschaulichen Beispielen zugesichert. Den dritten Wunsch „Ach liebe Fee, gib mir mein Gewehr zurück“ erfüllten ihm – Simsalabim – Rolf Pohle und die Grünaer Schützengilde. Durch den „ehrenamtlichen Büchsenmacher“ Guntram Schulz kunstvoll hergestellt, das Material aus der Vereinskasse bezahlt, ist dies ein unschätzbarer Beitrag zur Grünaer Traditions- und Heimatpflege. Danke!

 

 

Oberförster Baumgarten kriegt ein Geschenk

Nun folgten verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten: „Wett-Gramm-Sägen“ mit Revierförster Ullrich Göthel (von einem Ast mußten möglichst genau 100 Gramm abgesägt werden), Kinderschminken mit dem Fortis-Förderverein, und bereits vorher Reiten und Kutschfahrten mit Familie Trochold aus Mittelbach sowie das Aufblasen vieler Helium-Ballons, die mit einer persönlich ausgefüllten Karte auf Weitflug-Wettbewerb geschickt werden konnten. Es sind acht Karten zurückgekommen, leider nicht alle von den Findern korrekt ausgefüllt. Der weiteste auswertbare Flug ging bis zum Tharandter Wald (das wird wohl unser Ernst Georg aus dem Luftschiffer-Himmel so gesteuert haben, denn in Tharandt ist ja seine Förster-Schule). Der Ballon wurde durch Anita Szyszka aus Bobritzsch beim Pilzesuchen gefunden, und der Absender ist Ben Bösewetter aus Grüna. Herzlichen Glückwunsch – das versprochene kleine Geschenk folgt.

Auch die Baumgarten-Wölfert-Ausstellung im Obergeschoß des Taubenschlages war gut besucht, und die Schnitzer und Klöpplerinnen hatten ihr Domizil für den Besucherverkehr geöffnet.

Natürlich gab es auch was „auf die Ohren“: Unser Lutz hatte mit seiner Anlage wieder eine exzellente Musikauswahl mitgebracht, in deren Mittelpunkt das neue Baumgarten-Lied (schon bekannt von 2011) und die brandneue Grüna-Jubiläums-Hymne für 2013 (Uraufführung!) standen. Später begab er sich mit seinen Freunden der Gruppe „Leisegang“ selbst ans Instrument, und wir hörten viele Lieder vom Fliegen und anderen schönen Sachen. Anschließend durften wir den öffentlichen Erstauftritt zweier junger Musiker erleben: Mandy Wiemann (Gesang) und Ronny Schubert (Keyboard) aus Grüna, die sich „No. 22“ nennen.

Ein weiteres Spektakel bahnte sich an: Ein alter Küchenherd mit Frittiertopf wurde hochgeheizt, weil Hans Voigt vom Förderverein Brandschutz e.V. demonstrieren wollte, was passiert, wenn man so einen kleinen Fettbrand mit Wasser „löscht“. Seine Ganzkörper-Schutzkleidung erwies sich als kluge Wahl, denn die entstehende Stichflamme hätte im Nu die ganze Wohnung in Brand gesetzt. Sein Rat: Einfach Deckel drauf und abwarten ...

Nicht so gefährlich, aber umso beliebter bei den Kindern war das Knüppelkuchen-Backen über einer der originellen Feuertonnen vom Eger-Stefan.

Es ging auf 19 Uhr zu, und die Lampionträger rückten an, um wie jedes Jahr, angeführt von der Feuerwehr und dem Jugendblasorchester Hohenstein-Ernstthal e.V., durch das Hexenberg-Wohngebiet in Richtung Sprungschanze zu wandern. Wie jedes Jahr? Es wäre doch ein Gag, wenn mal der Oberförster vorneweg reitet, wo wir schon mal Pferde da haben! Der Plan scheiterte an den deutschen Vorschriften: Scheinwerfer und Rundumleuchte an der Spitze des Zuges! Beides konnte am Pferd nicht installiert werden, und so ritt „Baumgarten“ ... hinterher, von den meisten Teilnehmern leider unbemerkt, und auch nur die halbe Strecke, aber trotzdem mit großer Freude.

 

Historisch nicht verbürgt: Oberförster Baumgarten zu Pferde (rechts Pferdebesitzer Trochold aus Mittelbach, ein Ur-Ur-Enkel von Baumgartens Modell-Luftschiff-Holzgerüst-Tischler)

Hier endet unser Bericht, denn über den „2. Teil“ des Baumgartentages, das Flutlicht-Matten-Skispringen im Gußgrund, wo nach dem Eintreffen des Lampionumzugs kein Appel mehr zur Erde ging, da wird garantiert an anderer Stelle in diesem Ortsblatt zu lesen sein.

Was bleibt, ist ein herzlicher Dank an alle beteiligten Akteure, Helfer und Sponsoren dieser „Veranstaltung Grünaer Vereine“. Außer den im Text Genannten sind dies: ACTIV Werbung Vieweg & Kempe GbR / Bäckermeister i.R. Werner Lorenz / Buchdruckerei Alexander Geßner / Düngerproduktion Grüna GmbH / Fleischerei Geßner / Getränke-Pfeifer / Optiker Fielmann / Wohnsysteme Millimetergenau. Wir danken auch wieder allen Geschäftsinhabern, bei denen wir unsere Plakate und Karten auslegen durften.

Auch wenn sich in nächster Zeit alles um unsere 750-Jahr-Feier drehen wird: Wir hoffen auf ein gesundes Wiedersehen zum Baumgartentag 2013, am 28. September.

 

Fritz Stengel, Heimatverein / Arbeitskreis Baumgarten