Die Leuchtmoos Höhle am Totenstein

 

In dem höchstgelegenen Felsen, nach Norden zugewandt, befindet sich die Totensteinhöhle, in der früher das seltene Leuchtmoos in größeren Mengen vorkam.
Das Leuchtmoos ist ein Laubmoos, das in einen Stengel und in Blättchen gegliedert ist. Moose sind ebenso wie Farne Sporenpflanzen. In den Mooskapseln, die man an Waldmoosen beobachten kann, entstehen diese Sporen. Während sich aus dem Samen der Blütenpflanzen neue Pflanzen entwickeln, bildet sich aus der keimenden Moosspore zunächst ein Vorkeim. Durch seitliche Sprossungen entstehen auf ihm die eigentlichen Moospflanzen. Der Vorkeim aber ist das Interessante am Leuchtmoos.
Er hat mehrere linsenförmige Zellen, die als Sammellinsen wirken und nur das spärlich vorhandene Licht am Standort der Pflanzen (z.B. in Höhlen) konzentriert auf die Hinterwand der Zellen werfen. Hier haben sich die Blattgrünkörper angesammelt. Dadurch erhalten diese das zum Aufbau des Mooses nötige Licht. Nur ein Teil der einfallenden Lichtstrahlen wird von der Pflanze verwertet, der andere aber zurückgestrahlt. Blickt nun unser Auge in Richtung dieser parallel ausfallenden Lichtstrahlen, gewahrt es das eigentümliche, grüngoldene Leuchten.
Um die Höhle mit ihrem Leuchtmoos ranken sich viele Sagen. Es geht dabei um jene unermesslichen Schätze der Sorben, die damals vor Jahrhunderten, wohl als die Sorbenherrlichkeit ihr Ende nahm, hierher verzaubert wurden.
Doch so oft auch Neugierige später nach dem Schatz gesucht haben, nie fanden sie etwas anderes als Leuchtmoos, das bei leisester Berührung seinen Schimmer verlor, und in Staub zerfiel.